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Philosophie der Gegenwart (1)


Starker Aufschlag am ersten Tag, aber mir raucht der Kopf. Eine Videofortbildung ist anstrengend, aber außerordentlich gewinnbringend. Dr. Michael Kühnlein (Frankfurt) gilt als ausgesprochener Experte für Charles Taylor (geb. 1931), ein zeitgenössischer kanadischer Religionsphilosoph, der in Montreal und Oxford (UK) lehrte und durch radikale Kritik die mausetot geglaubte Religionsphilosophie erneuert hat. In einem rasanten Vortrag zu den Themen "Denken und Glauben" führte Kühnlein die per Zoom zugeschaltete 21-köpfige Fortbildungsgruppe von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem gesamten Bundesgebiet in die Denkwelt Taylors ein. Merkmale des Religionsphilosophen sind eine grundsätzliche Vernunftkritik, eine positive Freiheitskonzeption und eine neue Wertschätzung von Religion. Für Taylor bedeutet Freiheit: im anderen bei sich selbst sein. Er kritisiert die Vorherrschaft des säkularen Denkens, die Vorherrschaft der Begrenzung des Denkens auf die Immanenz. Ganz bewusst sieht er in der Religion die Potenziale, das Ausdruckshandeln des Menschen zu intensivieren. Wichtig sind ihm dabei, auf Überlegenheitsdiskurse zu verzichten, um im Dialog unter den Religionen voranzubringen. Es geht ihm um einvernehmliche Beziehungen zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen. Einen Satz des Referenten möchte ich dick unterstreichen: Wenn die spirtuellen Optionen verdampfen, dann hätten wir nur noch Ideologie!

Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt aus dem reichhaltigen Repertoire, welches dieser Denker in vielfältigen Publikationen hinerlassen hat und immer noch aktiv ist.

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