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Günter Hole (1928-2021)

Trauerfeier Prof. Dr. Günter Hole 1928-2021 14.9.2021 13 Uhr St. Peter und Paul Weissenau


Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Orchestersuite Nr. 3 D-Dur, Satz 2 - Air - BWV 1068


Einleitende Worte

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.


Wir nehmen Abschied von Günter Hole, einem Menschen, der uns alle, die wir uns heute hier versammelt haben, tief geprägt hat und dem wir viel zu verdanken haben. Wir nehmen Anteil an Ihrem Schmerz und Ihrer Trauer, liebe Familie Hole und sind Ihnen heute beim Abschiednehmen besonders verbunden. In diesem Gottesdienst würdigen wir Günters Leben und Wirken und stellen es in die Perspektive eines Vertrauens, das uns über die Schwelle des Todes geleitet. Günter hat der Kraft eines gütigen Gottes vertraut. Dieser Kraft möge uns beim Abschied stärken.

Unterschiedliche Gedanken und Gefühle begleiten uns, wenn wir heute aus verschiedener Perspektive zurückblicken: auf den Ehemann, den Vater, den Psychiater, den Therapeuten, den Wissenschaftler und Gelehrten, den Theologen, den Menschen, den Freund.

Wir singen die Lieder, wir hören und erleben die Musik, die Günter sich für diese Stunde gewünscht hat und die uns mit ihm verbinden.

Zum ersten Lied, das wir nun miteinander singen schreibt er: Dietrich Bonhoeffers Verse sind für das Leben und für das Sterben gut.

Lied der Gemeinde EG 541,1-3 Von guten Mächten

Psalm 126

Ich lade Sie ein, den 126.Psalm mit zu beten.

Schriftlesung: 1.Korinther 13 Das Hohelied der Liebe

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. 4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 8 Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Das nächste Lied nimmt diese Perspektive auf. Die Hoffnungsverse von Schalom Ben-Chorin haben Günter immer viel bedeutet, wie er schreibt. Wir hören eine instrumentale Fassung.

EG 655 Freunde, dass der Mandelzweig (instrumental)

Predigt

Liebe Familie Hole, liebe Trauergemeinde,

Was Günter Hole in erster Linie menschlich, dann therapeutisch und nicht zuletzt spirituell in vielen von uns bewegen konnte, das lässt sich nur ansatzweise in Worten wiedergeben. So wie ich Günter als Psychiater, Theologe, Supervisor und Freund kennengelernt habe, würde er mir hier und jetzt sicher in Abwandlung einer seiner Leitsprüche zuflüstern: Hüte dich jetzt vor den zu großen Worten!

Ergänzen Sie bitte das, was ungesagt blieb, mit eigener Herzens- Erinnerung. Schreiben Sie innerlich an der Trauerrede mit. Mit ihren Gedanken, ihren Gefühlen, mit persönlichen Erinnerungen. So können wir alle zusammen ein Leben würdigen, das uns reicher gemacht hat, reicher an Herzlichkeit und reicher an Erkenntnis.

Sie, liebe Familie Hole, Sie mussten Ihren Ehemann und Vater mit anderen Menschen teilen. Oft war er unterwegs und wenig greifbar. Auf Kongressen, bei Besprechungen, im Krankenhaus, in der Therapie. Aber es gab auch wertvolle Erinnerungen an gelebte Nähe. Da waren die sonntäglichen Frühstücke: Diskussionen über Philosophie und Lebensfragen, über die Predigt, dann die Familienferien auf Cran Canaria, Schulfeste im Weissenauer Park. Das waren Höhepunkte des Familienlebens mit einem gutherzigen Papa, der viel gelacht hat und auch über sich selbst herzhaft lachen konnte. Gedankliche Abwesenheiten und leichte Zwanghaftigkeiten blieben der Familie nicht verborgen, machten ihn aber nur sympathischer.

Bitter musste Günter im Kindesalter erfahren, wie sich die manipulativen Klauen einer menschenverachtenden Ideologie seiner bemächtigten, ihm die unbeschwerte Kindheit und Jugend raubten. 1928 geboren und früh auf Linie gebracht, glaubte er als glühender Verehrer der Naziideologie noch in den letzten Kriegstagen an den Endsieg und wollte um jeden Preis die Schwarzenbachtalsperre in heimatlichen Freudenstädter Gefilden vor den heranrückenden Franzosen verteidigen. Das Verführerische extremer, fanatischer Ideologie, die Janusgesichtigkeit der Begeisterung, wie er zu sagen pflegte, ging ihm so richtig erst nach dem Krieg auf. Die Erlebnisse und deren Bearbeitung machten ihn zum intensiven Mahner für Frieden und gegen Ausgrenzung, individuell und gesellschaftlich. Trotzdem litt er bis zuletzt darunter, letztlich zu wenig bewegt zu haben.

Der Prozess der Besinnung brachte ihn nach dem Krieg zum Studium der evangelischen Theologie in Tübingen und Erlangen, das er 1954 mit dem ersten theologischen Examen abschloss. Es folgte ab 1954 die medizinische Laufbahn. Seine spätere Frau Eleonore lernte er 1962 in Bonn kennen. Am 1. September 1971 heirateten die beiden in der Schlosskapelle Stuttgart-Solitude. Am 1.September, also heute genau vor zwei Wochen durfte ich im Hospiz die Urkunde zur Goldenen Hochzeit überreichen, ausgestellt von unserem Landesbischof. Dieses Erlebnis, das er noch bewusst aufnahm, war meine letzte Begegnung mit dem geschätzten Freund und Lehrer. Es war nicht die einzige Urkunde, die er im Lauf seines Lebens überreicht bekam, aber sicher die einzige, die er gemeinsam mit seiner liebe Frau Eleonore erhielt. Zwei Töchter wurden dem Ehepaar geschenkt: Sandra wurde 1973 und Claudia 1978 geboren.

Das Theologiestudium legte ein ethisches Fundament, aber das reichte nicht aus. Denn zum vertiefenden und analytischen Verständnis der seelischen Abgründe und Komplexität der Psyche, war die Medizin notwendig, speziell die Psychiatrie. Sie bringt das therapeutische Knowhow ein, um Menschen in ihren seelischen Krisen beistehen zu können. Die Beschäftigung mit dem Drang zum Extrem, zu Fundamentalismus und Fanatismus und ihre psychischen Wurzeln wurde für ihn zur Lebensaufgabe. Ebenso die Behandlung depressiver Erkrankungen mit der Errichtung der ersten Spezialstation in der Bundesrepublik für die Behandlung depressiv erkrankter Menschen hier in der Weissenau.

Günter Hole war ein Lehrer humanistischer Ideale. Inspiriert aus den Quellen jesuanischer Ethik und philosophischer Grundlagen der Humanität strebte er nach einer Verkörperung des Ideals des Arztes und des Seelsorgers. Sein Credo: Wenn das Seelenleben und damit auch die Glaubensfähigkeit zusammenbrechen, sind Systeme und Lehren nichtssagend: Nur das menschliche Dabeisein ist hilfreich.

Unbedingte Annahme war bei ihm nicht nur eine Formel, unbedingte Annahme hat er internalisiert, physisch und psychisch. Hilfesuchende drückten es so aus: „Herr Hole, Sie sind der erste Mensch, der mich bedingungslos angenommen hat.“ In Begegnungen konnte er mit seinem offenen Gesicht und dem Gestus wertschätzender Zuwendung verkrampfte Situationen lösen und ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Seine Worte waren uns wertvoll. Wir notierten sie in die Notizbücher. Günter war einer von uns, hatte ein offenes Ohr für die Menschen, nahm am Weissenauer Vereinsleben teil und war treuer Ehrengast beim Heimat- und Kinderfest. Fern jeglichen akademischen Dünkels pflegte der Herr Professor die Kontakte. Menschlich nah. Man kannte ihn. Er war einer von uns. Günter Hole hat die Menschen gemocht.

Zeit Lebens verneigte er sich vor der Komplexität der menschlichen Psyche, die wir auch nicht ansatzweise erfassen können. Unser Wissen ist Stückwerk. So hat er es mit dem Apostel Paulus gehalten und sich immer mehr einem der größten Denker aller Zeiten angeschlossen, Sokrates, der das Ende und den Anfang aller Weisheit erkannt hat: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Wie oft hat er das betont. Bescheiden hat ihn das gemacht. Gleichzeitig war er beseelt - und darin ganz Theologe - von einer Hoffnungsperspektive, die Paulus so formuliert:

… wenn aber kommen wird das Vollkommene, dann wird das Stückwerk aufhören (1 Korinther 13, 9 f)

… dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

Oder mit den Psalmen: „wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden …

… die mit Tränen säen werden mit Freuden ernten.

Oder die Verse von Schalom Ben Chorin-Schalom Ben-Chorin hat diese Verse vom Mandelzweig im Jahr 1942 verfasst, mitten im 2. Weltkrieg. Den Münchner, der 1935 aus Nazideutschland floh, tröstet die leise Botschaft des Mandelbaums. Denn er blüht auf den Bergen Israels, wenn ringsum noch alles kahl ist.

Im Ahnen einer Wirklichkeit, die über unserer Vernunft steht, spürte er den seelischen Frieden und den Frieden in einer zerrissenen Welt. Stets über den eigenen Tellerrand blickend traute er der Religion positive Kraft zu. So schätzte er die Arbeit seines Freundes und Jahrgängers Hans Küng. Seinen Tod im April hat ihn tief berührt. Hans Küng hat in seinem interreligiösen Projekt Weltethos konsequent erforscht, was dem Frieden unter den Religionen dient und daraus Impulse für den Weltfrieden ableitete.

Um menschlich bleiben zu können, ist uns in dieser Welt nicht die Vollkommenheit, sondern das Stückwerk aufgetragen. Stückwerk ist unser Erkennen. Am Streben nach Perfektionismus – auch in Glaubensdingen - kann der Mensch zerbrechen. Das Streben nach Perfektion kann gerade in Glaubensdingen zu einer pathologischen Endstrecke führen, wie er es einmal in einem Buchbeitrag zugespitzt formuliert hat.

Jürgen Habermas hat sich in seinem letzten großen philosophischen Werk dem Verhältnis von Glauben und Wissen gewidmet. Darin beschreibt er, dass auch eine Philosophie, die sich aus der Symbiose mit der Religion gelöst hat, auf den Dialog angewiesen bleibt. Solange wie die Religion „eine gegenwärtige Gestalt des Geistes“ ist. Günter ging es interdisziplinäre Vertiefung, um den Dialog von Theologie und Medizin, um unterschiedliche Blickrichtungen. Hier erkannte er Sinnfindung, Ressourcen des Geistes, Kräfte der Seele, heilungsförderndes Geschehen. Den Beitrag der Theologie verstand er als ein Fördern von Kräften des Vertrauens und der Lebensenergie.

Zu gut kannte er auch die andere Seite einer destruktiven und ambivalenten Religiosität: fundamentalistische, menschenfeindliche Ideologie, die das Positive einer wertschätzenden Religion ad absurdum führt, die Religiosität selbst in Generalverdacht bringt, und zu Verbitterung, Lebensverneinung, bis zu Ausgrenzung und Verachtung führt. Man kann sich im religiösen Extrem verfangen.

Bibeltexte sind interpretationswürdig. Besonders geschätzt hat er die Psalmen. Dort wird an die großen Befreiungserzählungen des jüdischen Glaubens angeknüpft und poetisch verarbeitet. Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden, dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein

Ausgiebig beschäftigte er sich mit Hypnose. Selbsthypnose und Imagination haben ihm geholfen, seine Krankheit in den Griff zu bekommen. Bis zuletzt hat er dies praktiziert.

Günter war mit einem sonnigen Gemüt ausgestattet. Wenn er vom Segelfliegen erzählte, von der Freiheit in den Lüften, glänzten seine Augen. Er hatte die Fähigkeit, den Augenblick zu genießen: ein gutes Essen, einen Sonnenuntergang, eine intensive Musik. Günter Hole war ein Genussmensch. Intensiv erlebt hat er Lieder und Musikstücke, die Hoffnung ausstrahlen. Besonders intensiv erlebte die Musik von Johann Sebastian Bach.

Günter war sich nicht zu schade, in seiner Zeit als ärztlicher Direktor gleichzeitig als Hausmeister zu agieren, der schon mal am Wochenende verendete Katzen hier auf dem Gelände entsorgte und auch bei diversen Festivitäten und Marathondiskussionen bis zum Schluss ausharrte, um die Lokalität auch in ordentlichem Zustand zu hinterlassen und nicht so viel der Reinigungskraft aufzubürden. Das brachte ihm den respektvollen Titel des akademischen Hausmeisters ein.

In jeder Hinsicht fühlte er sich für die Psychiatrie verantwortlich. Als Arzt müsse er angesichts der von den Behörden nachhaltig ignorierten Missstände das Maul aufmachen, wie er sagte. Seiner Intervention ist es zu verdanken, dass sich die deutsche Psychiatrie in den 70er Jahren pionierhaft weiterentwickelte. Stichwort Psychiatrie-Enquete, Sozialpsychiatrie. Dazu aber in den Nachrufen mehr. Als einer, der seinen Mund für die Schwachen öffnete, war Günter Hole ganz Protestant. Als ausgebildeter akademischer Theologe stand er in kritischer Solidarität zu seiner Kirche. Solidarisch, weil in der Kirche mit ihren Angeboten Spiritualität gepflegt wird, was für ihn zu den wichtigsten Ressourcen gehört, auch weil er die Volkskirche schätzte mit ihren freilassenden Angeboten ohne Druck und Zwang. Solidarisch auch, weil er im Herzen eine Theologie trug, die ihm spirituelle und ethische Orientierung gab. Er konnte den Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart davon überzeugen, dass hier im ZfP (damals PLK) eine evangelische Krankenhauspfarrstelle errichtet werden konnte. Wegen Günter stehe ich hier.

Auch als Gemeindeglied war er seiner Kirche vor Ort verbunden, wobei für ihn die Konfession nicht ausschlaggebend war. Er fühlte sich hier in der katholischen Kirche genauso zuhause wie in der Evangelischen Kirche, die sich unter demselben Dach befindet. Als ausgebildeter Psychiater hatte er einen wichtigen anderen Blick in die kirchliche Landschaft, regelmäßig hat er Gutachten verfasst.

Ihn treu unter der Kanzel zu erleben und mit ihm anschließend über die Predigttexte zu diskutieren, gehören zu den Highlights meines Pfarrerlebens. Anmerkungen trug er so vor, dass sie tiefere Fragestellung öffneten. Es war ihm wichtig, die frohe Botschaft aus den Texten herauszuarbeiten. Dabei ging es ihm um die Gesamtemotionalität, um das Atmosphärische.

Alles, was ihn irgendwie nötigte, entweder zu Bekenntnis oder zu einer aufgesetzten Glaubensaussagen sah er mehr als kritisch. Besonders kritisch sah er, wenn entwicklungshemmende Aspekte in der Erziehung Raum greifen, denen Heranwachsende schutzlos ausgeliefert sind. Düstere Menschenbilder, kosmologische und anthropologische Dualismen, Kämpfe gegen die Mächte der Finsternis – wenn sich solche Vorgaben auf die Erziehung auswirken, dann kann nicht mehr vom entwicklungsfördernden Glauben geredet werden.

Der ausgesprochene Hang zu Schuldgefühlen, der Drang zum Perfektionismus und die Aggressionshemmung sind neurotische Krisenfelder, die durch rigoristische Glaubensauffassungen ausgelöst werden können. Er hat uns gelehrt, aus solchen Erkenntnissen menschenfreundliche Konsequenzen zu ziehen. Günter war ein Lehrer der Freiheit.

Wie am Ende des Tages die Sonne ihre Strahlen einsammelt, so geben wir nun das Leben von Günter Hole dem Schöpfer zurück. Unsere Erkenntnis war und ist Stückwerk. Aber in diesem Stückwerk sind wir Glaubende, Träumende und Hoffende. Das Vollkommene aber ist die Liebe, schreibt Dietrich Bonhoeffer (London 1933-1935, DBW Band 13, Seite 395 f). Erkennen und Liebe verhalten sich wie Stückwerk und Vollkommenheit. Und je mehr Sehnsucht nach Vollkommenheit im erkennenden Menschen ist, umso mehr Liebe wird er haben. Das vollkommene Erkennen ist die vollkommene Liebe. Oder mit Paulus am Schluss im 13.Kapitel des Korintherbriefes gesprochen: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Günter Hole hat Herzen berührt. Das bleibt auch über den Tod hinaus erhalten und ist fest in die christliche Hoffnungsperspektive der Auferstehung eingezeichnet, die besagt: Liebe und Herzlichkeit können nicht begraben werden und werden auch vom Tod nicht genommen.

Johann Sebastian Bach „Jesus bleibet meine Freude“ Choral Nr. 10 aus der Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" - BWV 147

Jesus bleibet meine Freude, meines Herzens Trost und Saft, Jesus wehret allem Leide, er ist meines Lebens Kraft, Meiner Augen Lust und Sonne, meiner Seele Schatz und Wonne; darum lass ich Jesum nicht, aus dem Herzen und Gesicht.

Fürbitten und Vaterunser

Gott, du Vater und Mutter alles Lebendigen,

was wir sind und was wir haben: es kommt von dir.

Was wir begrüßen und was wir loslassen: es bleibt in deiner Hand.

Wir danken dir, weil du nicht zulässt, dass der Tod uns Menschen von deiner Liebe trennt. Wir danken dir, dass deine Liebe die Macht ist, die das letzte Wort über uns spricht.

Umgib uns mit dem Schutzmantel deiner Liebe, besonders alle, die um Günter Hole trauern.

Lehre uns, auf deine Liebe zu hoffen und auf sie zu vertrauen.

Wir danken dir für Günter Hole, den du uns geschenkt hattest.

Wir danken dir für alles, was uns mit ihm verband.

Nimm den Verstorbenen in deine guten Hände,

berühre ihn mit der Kraft deiner Liebe und lass ihn aufleben an deinem Herzen. Begleite ihn durch den Tod hindurch in deine Ewigkeit und zeige ihm, dass seine Hoffnung nicht vergebens war. Schenke uns einst ein Wiedersehen in Deiner Ewigkeit. Begleite du die Menschen, deren Leben sich zu Ende neigt. Stärke die, die keine Hoffnung mehr in ihrem Leben sehen.

Alles, was uns bewegt fassen wir zusammen indem wir das Vaterunser sprechen. Vaterunser im Himmel …


Bestattungswort

In der Hoffnung auf Gott, der aus dem Tod ins Leben ruft, nehmen wir Abschied von Günter Hole. Sein Leben steht im Licht vor Gottes Angesicht. Gott nehme ihn an um Jesu Christi willen. Wir befehlen ihn in Gottes Hand.

Auferstehungswort

Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt (Joh.11,25).

Das Lied, das wir singen, hat Günter sehr gerne gemocht. Wie ein Stein, der weite Kreise zieht, wenn er ins Wasser fällt, so wird auch sein Wirken Kreise ziehen bei uns und bei vielen anderen Menschen, denen er in seelischen Krisen beigestanden ist.

Lied der Gemeinde EG 637,1-3 Ins Wasser fällt ein Stein

Ansage

Nach dem Gottesdienst besteht bis 17 Uhr die Möglichkeit, am Sarg in der Aussegnungshalle Mariatal persönlich von Günter Hole Abschied zu nehmen. Die Familie Hole lädt zum Trauercafé in die alte Schwimmhalle ein. Nach dem Segen hören wir die angekündigten Nachrufe von ZfP-Geschäftsführer Dr. Dieter Grupp und Prof. Dr. Manfred Wolfersdorf.

Nach den Nachrufen hören wir die instrumentale Fassung des Schlusschorales aus der Johannespassion von Johann Sebastian Bach. Wir danken Dr. Höflacher für den Organistendienst.

Segen

Gott segne euch und behüte euch. Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden


Nachrufe

Dr. Grupp

Prof. Dr. Wolfersdorf


Johann Sebastian Bach „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“ aus: Johannespassion - BWV 245,40


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