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Letzter Schultag ...


An meinem letzten Schultag in der Schule am Torbogen, der Krankenhausschule für die Kinder und Jugendlichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie im ZfP, überraschte mich das Kollegium mit einem kleinen Umtrunk und Snacks, die gemeinsam mit den Schüler*innen hergestellt wurden. Auf dem Bild (Foto: Simone Dresen) sehen wir das (Teil-)Kollegium, umrahmt von Rektorin Dr. Marietta Hutter (links) und Konrektor Alexander Göser (rechts) .


In diesem Lehrerzimmer begann mein Lehrauftrag für Religions- und Ethikunterricht im Jahr 2000. Damals bat mich der Schulleiter Otto Zeller gebeten, so etwas wie einen "Unterricht in Sinnfragen für psychisch kranke Schüler*innen" zu entwickeln und anzubieten. Am Anfang war ich skeptisch. Das Thema ließ mich jedoch nicht los. Da es dazu wenig bis keine Literatur gab, geschweige denn Unterrichtsentwürfe, machte ich mich daran, das Thema "Krankenpädagogischen Religionsunterricht" zu erforschen und schließlich darüber an der Universität Tübingen zu promovieren. Was mich mit der Schule und der kleinen Filiale clean.kick (Motivationsstation für drogenabhängige Jugendliche) verbindet, sind zahlreiche weiterführende Begegnungen mit wertvollen Gesprächen und thematischen Vertiefungen. Aber auch das Feiern kam nicht zu kurz. In der Vorweihnachtszeit und vor den großen Ferien gab es regelmäßig Schulgottesdienste in der Evangelischen Kirche Weissenau. Das mehrmonatige Kooperationsprojekt "Weltethos" mit Ausstellung, Seelenfrühstück, Gottesdienst und kulturelle Veranstaltungen war sicher glanzvoller Höhepunkt einer erstaunlich intensiven Kooperation. An dieser Stelle danke ich den vielen Schüler*innen, denen ich begegnet und mit denen ich auf "Spurensuche" gehen konnte. Ich danke für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Lehrenden. Die kleine aber feine Schule für Kranke wurde für mich zu einer wesentlichen Brutstätte für weiterführende Gedanken. Diese kreisten um die Themen: Wie lässt es sich religionspädagogisch verantwortungsvoll mit seelisch kranken Schüler*innen arbeiten? Inwiefern kann Religion/Glaube dazu beitragen, dass seelisch verletzte junge Menschen wieder Sinn in ihrem Leben finden?

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